Spekulationsfrist Wertpapiere

By | 23. Februar 2016

Neue Regelung ab 1.1.2009
Bis zum Jahr 2008 betrug die Spekulationsfrist für Wertpapiere ein Jahr. D.h. wer nach einem Jahr Haltedauer Wertpapiere verkaufte, brauchte keine Steuern auf die realisierten Gewinne bezahlen. Realisierte Verluste konnten mit Gewinnen aus anderen privaten Veräußerungsgeschäften verrechnet werden. Seit dem 01.01. 2009 sind alle realisierten Gewinne aus dem Handel mit Wertpapieren unabhängig von der Halterdauer steuerpflichtig. Das betrifft jeden Kapitalanleger, der seinen Wohnsitz in Deutschland hat und unbeschränkt steuerpflichtig ist. Der Besteuerung unter liegen alle Spekulationsgewinne, die den Sparer-Pauschbetrag von 801 Euro bei Ledigen und 1.602 Euro bei Verheirateten übersteigen.

Abgeltungssteuer
Die Steuer wird von den Banken in Deutschland vom Gewinn oder von den Zinsen und Dividenden einbehalten und wird als Abgeltungssteuer bezeichnet. Sie ist eine pauschale Steuer von 25 Prozent. Dazu kommen der Solidaritätszuschlag von 5,5 Prozent und gegebenenfalls die Kirchensteuer. Damit ist die Steuerpflicht erfüllt. Die Einkünfte aus Kapitalvermögen sowie aus Wertpapier- und Termingeschäften brauchen nicht mehr in der Einkommensteuererklärung aufgeführt werden. Steuerpflichtige mit einem Steuersatz über 28 Prozent profitieren von dieser neuen Regelung, da sie ansonsten mit ihrem persönlichen Steuersatz einen höheren Betrag an das Finanzamt entrichten müssten. Wertpapiere, die vor dem 01.01.2009 gekauft und nach dem 31.12.2009 verkauft wurden bzw. noch verkauft werden, fallen unter die alte gesetzliche Regelung. Gewinne, die außerhalb der Spekulationsfrist von einem Jahr erzielt werden, bleiben in diesem Fall steuerfrei.

Überzahlung zurückholen
Steuerpflichtige, die einen geringeren Steuersatz haben, können sich die Überzahlung der Steuer auf die Spekulationsgewinne durch eine Steuererklärung zurückholen. Im Gegensatz zur Regelung vor dem 1.01.2009 können aber keine Werbungskosten mehr geltend gemacht werden. Dazu zählen unter anderen Depotgebühren, Fahrtkosten zu Hauptversammlungen und die Zinsen bei Kreditfinanzierung des Wertpapierkaufs. Von der Nichtanwendung der Abgeltungssteuer sind die Anleger betroffen, die ihre Wertpapierdepots im Ausland von Banken führen lassen. Diese ziehen keine Abgeltungsteuer von den Gewinnen ab. Steuerpflichtige müssen ihrer Erklärungspflicht in ihrer Steuererklärung nachkommen.

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